News 20 - 2026
Freitag, 18. September 2026 von Walter Berthold
News 20 - 2026
So erkennen Sie, ob Ihre Identität gestohlen wurde
Jeder vierte Deutsche war schon Opfer von Cyberkriminalität. Erfahren Sie, woran Sie einen Identitätsdiebstahl erkennen, wie Sie im Ernstfall handeln und wie Sie sich besser davor schützen.
Quelle: pcwelt
Cyberkriminelle benötigen erschreckend wenig, um Ihre Identität zu missbrauchen. Oft merken Betroffene erst durch Mahnungen oder merkwürdige Transaktionen auf dem Kontoauszug, dass etwas nicht stimmt. Was dann zu tun ist und wie Sie es gar nicht erst so weit kommen lassen, lesen Sie hier.
Warnzeichen: So erkennen Sie Identitätsdiebstahl
Identitätsdiebstahl hinterlässt fast immer Spuren. Das Problem ist nur, dass viele Betroffene diese Spuren zunächst nicht richtig deuten. Die häufigsten Alarmzeichen verstecken sich im Alltag.
Unbekannte Abbuchungen und Kontoaktivitäten
Prüfen Sie Ihre Kontoauszüge regelmäßig, denn so erkennen Sie ungewöhnliche Geldbewegungen, bevor größerer Schaden entsteht. Achten Sie auf Abbuchungen von Unternehmen, bei denen Sie nie Kunde waren, auf doppelte Lastschriften oder auf Mini-Beträge unter einem Euro. Letztere werden von Betrügern oft als Test genutzt, bevor sie größere Summen abbuchen.
Auch unbekannte Kreditkartenanträge in Ihrer Schufa-Auskunft sind ein deutliches Signal, das Sie nicht ignorieren sollten.
Merkwürdige E-Mails und Kontomitteilungen
Erhalten Sie Bestätigungsmails für Käufe, die Sie nie getätigt haben, oder Passwort-Reset-Links, die Sie nicht angefordert haben, sollten Sie sofort handeln. Besonders verdächtig ist es, wenn Sie plötzlich keine E-Mails mehr von Diensten erhalten, bei denen Sie registriert sind. Das kann bedeuten, dass jemand Ihre E-Mail-Adresse in Ihrem Konto geändert hat.
Achten Sie zudem auf Nachrichten, in denen jemand behauptet, Ihnen Geld zu schulden, oder fordert, dass Sie Schulden bezahlen sollen, die Ihnen völlig unbekannt sind.
Probleme mit Behörden und Inkasso
Ein besonders ernstes Zeichen ist ein Brief von einem Inkassounternehmen für Rechnungen, die Sie nicht kennen. Manchmal erfahren Betroffene von ihrem gestohlenen Namen erst dann, wenn ein Mahnbescheid ins Haus flattert oder ein Gläubiger anruft.
So prüfen Sie, ob Ihre Daten im Netz kursieren
Auf der Website HaveIBeenPwned geben Sie einfach Ihre E-Mail-Adresse ein und erfahren sofort, ob diese in bekannten Datenlecks aufgetaucht ist. Der Dienst ist kostenlos und wertet regelmäßig neu bekannt gewordene Leaks aus. Steht Ihre Adresse in der Datenbank, sehen Sie außerdem, bei welchem Anbieter das Leck passiert ist. So wissen Sie, welches Passwort Sie zuerst ändern sollten.
Schufa-Auskunft kostenlos anfordern
Einmal pro Jahr haben Sie das Recht auf eine kostenlose Datenkopie bei der Schufa. Unter meineschufa.de können Sie diese unkompliziert anfordern.
Prüfen Sie darin alle eingetragenen Kreditanfragen und Verträge sorgfältig: Gibt es Einträge von Unternehmen, die Ihnen nichts sagen, ist das ein starker Hinweis auf Missbrauch Ihrer Identität. Falsche Einträge können Sie direkt bei der Schufa anfechten und korrigieren lassen.
Sofortmaßnahmen nach einem Identitätsdiebstahl
Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihre Identität missbraucht wird, zählt jede Sekunde. Ändern Sie zuerst Ihre Passwörter zu den wichtigsten Diensten, allen voran Ihr E-Mail-Konto.
Verwenden Sie für jedes Konto ein eigenes, starkes Passwort und aktivieren Sie überall, wo es möglich ist, die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Wie Sie überprüfen, ob Ihr Passwort bereits geklaut wurde, erklären wir in diesem Artikel. Nutzen Sie außerdem einen Passwort-Manager, um den Überblick zu behalten. Dieser generiert auf Knopfdruck sichere, einzigartige Passwörter für jeden Dienst.
Informieren Sie anschließend Ihre Bank und lassen Sie bei Bedarf betroffene Karten sperren. In Deutschland ist der Sperr-Notruf 116 116 rund um die Uhr erreichbar und kostenlos aus dem In- und Ausland. Beantragen Sie zusätzlich eine Sperre Ihrer Daten bei der Schufa, damit keine neuen Kreditanfragen auf Ihren Namen gestellt werden können.
Weitere wichtige Schritte:
Erstatten Sie eine Strafanzeige bei Ihrer nächsten Polizeidienststelle. Bringen Sie dazu alle Belege mit (Screenshots, Briefe, Kontoauszüge).
Kontaktieren Sie die Unternehmen, bei denen in Ihrem Namen Bestellungen oder Verträge abgeschlossen wurden, und legen Sie schriftlich Widerspruch ein. Ein frühzeitiger Widerspruch kann negative Schufa-Einträge noch verhindern.
Führen Sie einen vollständigen Virenscan Ihres Geräts durch, um auszuschließen, dass Sie aktive Schadsoftware installiert haben.
Nutzen Sie den Cybersicherheits-Lotsen des BSI als Orientierungshilfe. Dort finden Sie weitere konkrete Schritte und Anlaufstellen für den Ernstfall.
In komplizierteren Fällen lohnt sich juristischer Rat: Ein Anwalt kann Sie beim Schriftverkehr mit Behörden und Unternehmen unterstützen.
Vorsorge: So verhindern Sie Identitätsdiebstahl von vornherein
Phishing und SIM-Swapping: Die meisten Identitätsdiebstähle beginnen mit einem unbedachten Klick. Phishing-Mails imitieren täuschend echt Banken oder Behörden. Merken Sie sich in diesem Fall: KEIN seriöser Anbieter fragt per E-Mail nach Ihrem Passwort. Noch gefährlicher ist SIM-Swapping, bei dem Kriminelle Ihre Rufnummer auf eine fremde SIM übertragen und so Zugang zu Ihren Zwei-Faktor-Codes erhalten.
VPN im öffentlichen WLAN: In Cafés, Hotels oder am Flughafen kann unverschlüsselter Datenverkehr mitgelesen werden. Ein VPN schützt Ihre Verbindung zuverlässig und muss dabei auch gar nicht viel kosten. Welcher Dienst am besten zu Ihnen passt, zeigt unser ausführlicher VPN-Vergleich.
Datensparsamkeit: Je mehr Ihre Daten im Netz verteilt sind, desto größer die Angriffsfläche. Nutzen Sie Wegwerf-E-Mail-Adressen für alles, was keine echte Adresse verlangt, und prüfen Sie regelmäßig, welche Apps Zugriff auf Ihre Konten haben.
Bei Fragen könnt ihr euch gerne bei mir oder eurem Kursleiter melden.
Lieben Gruß
Walter Berthold
Herausgeber:
Walter Berthold - Computertraining für Senioren
Hohes Feld 3, 21438 Brackel
E-Mail: aW5mb0BiZXJ0aG9sZC1icmFja2VsLmRl@invalid
www.computertraining-kurse.de