News 22 - 2026
Montag, 21. September 2026 von Walter Berthold
News 22 - 2026
Warum heißt das erste PC-Laufwerk C: und nicht A:?
Heute mal ein nostalgisches Thema, aber vielleicht hat sich der eine oder andere schon einmal über die Bezeichnung der Laufwerke (A, B, C ...) im PC gewundert und warum die primäre Festplatte mit dem Buchstaben C: bezeichnet wird.
Warum Windows ausgerechnet bei C: beginnt, geht auf die ersten Jahre der Personal Computer zurück.
Wer unter Windows den Datei-Explorer öffnet, findet die wichtigste Festplatte eines Computers normalerweise unter dem Laufwerksbuchstaben C:. Das hat sich in unsere Gehirne eingebrannt und wird schon lange nicht mehr hinterfragt. Dabei ist das eigentlich ziemlich unlogisch.
Schließlich müsste das primäre Laufwerk doch eigentlich A: heißen. Und wie man von früher weiß, handelt es sich bei Laufwerk A: um das Diskettenlaufwerk. Wie kam es eigentlich dazu, dass das wichtigste Laufwerk den Buchstaben C: erhalten hat?
Ein technisches Fossil
Dass Windows bei C: beginnt, ist mittlerweile kein technischer Zwang mehr. Ebenso wenig ist es ein Zufall. Dahinter steckt vielmehr ein Überbleibsel aus einer Zeit, in der es noch keine herkömmlichen Festplatten in PCs gab.
Ein Sprung in die 1970er-Jahre
Die Erklärung reicht zurück bis in die ersten Jahre der Personal Computer. Damals wurden Programme und Daten hauptsächlich auf Disketten gespeichert. Festplatten waren teuer und in vielen Rechnern einfach nicht vorhanden. Zu dieser Zeit waren also Disketten die primären Laufwerke.
Die ursprüngliche Idee, Laufwerke einen Buchstaben zuzuordnen, geht auf die 1970er-Jahre und das damals verbreitet Betriebssystem CP/M zurück. MS-DOS übernahm mehrere Konzepte von CP/M, darunter auch diese Art der Laufwerksbezeichnung.
Bei MS-DOS wurden die vorhandenen Laufwerke schließlich ebenso mit Buchstaben bezeichnet: Das erste Laufwerk bekam den Buchstaben A:, das zweite B: - beide Laufwerke waren in der Regel 5,25-Zoll-Diskettenlaufwerke.
A: und B: schon vergeben
Als sich dann Festplatten in PCs durchsetzten, waren A: und B: bereits für die Disketten vergeben. Für die erste Festplatte blieb somit der nächste freie Buchstabe übrig: nämlich C:. Aus dieser einfachen Reihenfolge entstand eine Konvention, die sich bis heute gehalten hat: A: war das erste Diskettenlaufwerk, B: das zweite und C: die erste Festplatte.
Mit der Zeit wurde in MS-DOS und später in Windows die Festplatte im Laufwerk C: zum primären Systemlaufwerk. Noch heute landet Windows bei einer normalen Installation üblicherweise auf genau diesem Laufwerksbuchstaben.
Warum beibehalten?
Warum sich das bis heute gehalten hat, liegt in erster Linie an der Abwärtskompatibilität. Über Jahrzehnte hinweg haben Programme, Skripte und Systemkomponenten damit gerechnet, dass sich Windows und wichtige Dateien auf C: befinden. Hätte man dem Systemlaufwerk irgendwann den Buchstaben A: zugewiesen, wäre es vor allem bei älterer Software zu Problemen gekommen.
Heutzutage spielen die Laufwerke A: und B: keine tragende Rolle mehr. In modernen Windows-Versionen kann man beispielsweise einem USB-Stick oder einer zusätzlichen Festplatte einen dieser Buchstaben zuweisen.
Bei Fragen könnt ihr euch gerne bei mir oder eurem Kursleiter melden.
Lieben Gruß
Walter Berthold
Herausgeber:
Walter Berthold - Computertraining für Senioren
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